Stuttgarter Schule

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An der 1876 umgegründeten Technischen Hochschule bildete die Fachrichtung Architektur einen Zweig. Als Stuttgarter Schule wird danach im übertragenen Sinn eine Stilrichtung in der Architektur bezeichnet, die hier gelehrt und vertreten wurde.

Die bekanntesten Vertreter der Stuttgarter Schule zwischen den beiden Weltkriegen waren Paul Schmitthenner, ab 1918 Professor für Baukonstruktion und Entwerfen, sowie Paul Bonatz, Wilhelm Tiedje, Heinz Wetzel, Martin Elsaesser, Carl Kersten und Hugo Keuerleber.

Diese "Schule" verwarf in der Formensprache den Historismus, vertrat aber trotzdem eine klassisch und konservativ geprägte Bauweise mit den zum Teil neuen Materialien. Sie kann durchaus als eine neben dem Bauhaus entstandene Architektursprache aufgefasst werden. Die Gestalt des Bauwerks sollte material- und werkgerecht und in handwerklichen Traditionen ausgeführt werden. Werkstein und Holz waren prägende Bauelemente. Ihre Vertreter kinnten sich nicht mit dem Architekturkonzept des Bauhauses anfreunden, was sich beispielsweise in einer heftigen Kritik an der Weißenhofsiedlung niederschlug. Als Gegenentwurf zur Weißenhofsiedlung errichteten 1933 mehrere Mitglieder der Gruppe in Stuttgart die Kochenhofsiedlung. In der Region sind noch heute viele Bauwerke dieser Architekten stadtbildprägend oder ragen als hervorragende Beispiele von Einzelbauwerken (siehe unter den einzelnen Namen) aus der übrigen Bebauung.


Nach 1945 sprach man dann von einer „zweiten“ Stuttgarter Schule, die von der Generation um Richard Döcker, Rolf Gutbrod und Rolf Gutbier, später auch von Hans Kammerer, Peter C. von Seidlein, Jürgen Joedicke und Klaus Humpert vertreten wurde.

Kochenhofsiedlung

Die Kochenhofsiedlung auf dem Killesberg entstand unter der Leitung des Architekten Paul Schmitthenner in Holzbauweise. Erklärtes Ziel dieser Gruppe war es, durchaus unter Bezug auf die nationalsozialistische Machtübernahme, ein bewusst traditionell geprägtes Gegenmodell zur nahe gelegenen, 1927 als Fortschrittsmodell gebauten Weißenhofsiedlung zu schaffen.

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