Bahnunfall Feuerbach 2012

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Bei dem Bahnunfall auf dem Bf. Feuerbach im Jahr 2012 am 30. November 2012 kamen drei gekoppelte Güterzugwaggons am Bahnhofsgebäude und auf dem Bahnsteig 1 des Bahnhofs in Feuerbach nach einer unkontrollierten sieben Km langen Fahrt von Kornwestheim her zum Aufprall. Es wurde aufgrund der Tageszeit niemand verletzt.

Die drei Güterzugwaggons durchschlugen einen Prellbock und entgleisten kurz vor dem Bahnhof Feuerbach, nachdem sie aus noch ungeklärter Ursache im Güterbahnhof in Kornwestheim ins Rollen geraten waren. Sie hatten auf der abschüssigen Strecke in Richtung Stuttgart-Zentrum auf über sieben Kilometer immer mehr an Geschwindigkeit gewonnen. Der Fahrdienstleiter der Bahn in Zuffenhausen stellte zum großen Glück geistesgegenwärtig die Weichen so um, dass das Gespann auf ein Abstellgleis in Feuerbach und dort auf einen Prellbock lief und dann entgleiste.

Hergang

Gegen 4.00 Uhr hat sich ein Gespann von drei abgekoppelten Güterwaggons selbständig gemacht. Die flachen Güterwagen waren mit tonnenschweren Gleisen beladen.

Die entgleisten Waggons rissen Oberleitungen und mehrere Träger des Bahnhofdaches mit sich und zogen entlang vom Bahnsteig 1A eine Spur der Verwüstung, bevor sie mitten auf dem Hausbahnsteig zum Stehen kamen, nachdem der vordere Wagen Standpfosten des Vordachs gerammt hatte. Ein Teil des Daches knickte ein. Es besteht dafür Einsturzgefahr.

Das ebenfalls betroffene Bahnhofsgebäude, das zum Teil bewohnt ist, wurde evakuiert (3 Personen).

Bewertungen und Folgen

Der Bahnverkehr in Stuttgart ist damit am frühen Freitagmorgen knapp einer Katastrophe entgangen. Zwei Stunden später hätten dort wohl Dutzende Pendler im Nahverkehr gestanden und gewartet und wären überrollt worden. Geladene Schienen rutschten vom vorderen Waggon bis in die Unterführung.

Hätte der Fahrdienstleiter nicht so reagiert, wären die Waggons mit immer höherem Tempo in Richtung Stuttgart-Hauptbahnhof weitergerollt.

Der Vorfall hatte auch so am frühen Vormittag dann ein Chaos im Zugverkehr ausgelöst. Nah- und Fernverkehr der Bahn von Westen zum und vom HBf war über Stunden erheblich eingeschränkt.

Tausende Pendler mussten beim ersten Schnee des Winters und Regen so nur Verspätungen und Zugausfälle in Kauf nehmen. Die Regionalbahnen aus Karlsruhe, Heidelberg, Würzburg und Neckarelz in Richtung Landeshauptstadt konnten nicht bis Stuttgart durchfahren.

Eine der sechs Stuttgarter S-Bahn-Linien, die S4, hielt an einer früheren Endstation als üblich. Am Nachmittag normalisierte sich der S-Bahnverkehr langsam. Die Beeinträchtigungen im Bahnverkehr könnten noch mehrere Tage andauern. Die Straßenbahnen AG hat auf der Linie U15 einen zusätzlichen Zug eingesetzt und außerdem zwischen den Bahnhöfen Zuffenhausen und Feuerbach einen Buspendelverkehr eingerichtet.

Die S4 und die S5 verkehren inzwischen wieder planmäßig, halten aber nicht in Feuerbach.

Die S6 endet stadteinwärts in Zuffenhausen und wendet dort in Gegenrichtung. Somit fährt die S6 nicht zwischen Schwabstraße und Zuffenhausen.

  • Die auf einem separaten Gleis verkehrenden ICE-Züge von und nach Stuttgart Hauptbahnhof waren nicht betroffen.
  • Die RE-Züge Karlsruhe - Stuttgart beginnen und enden in Kornwestheim.
  • Die RE-Züge Heidelberg - Stuttgart beginnen und enden in Kornwestheim.
  • Die RE-Züge Würzburg - Stuttgart beginnen und enden in Bietigheim-Bissingen.
  • Die RE-Züge Neckarelz - Stuttgart beginnen und enden in Bietigheim-Bissingen.
  • IC-Züge von und nach Karlsruhe und Frankfurt sowie München und Salzburg halten zur Entlastung des Bahnknotens Stuttgart nicht am Hauptbahnhof, dafür in Esslingen und Vaihingen (Enz).

Bergungsarbeiten

Die begonnenen Arbeiten werden laut Bahn noch bis mindestens Montag andauern. Zuerst wird das beschädigte Dach abgebaut.

"Wenn wir die Güterwaggons entfernt haben, beginnen die Arbeiten an den Oberleitungen und den beschädigten Schienen", so der Sprecher.

Die Gleise 1 und 2 sind bis auf Weiteres nicht befahrbar, lediglich die Gleise 3 und 4 können vom Schienenverkehr benutzt werden - allerdings ohne Halt in Feuerbach.


Am Sonntagabend hat die Bahn die Bergungsarbeiten der drei Güterwaggons abgeschlossen.. Nun können die Einsatzkräfte die Oberleitungen reparieren.

Auch Gleis 2 könne wieder genutzt werden.

„Ab Sonntagabend halten die S-Bahnen im Feuerbacher Bahnhof auf Gleis 2 wieder stadtauswärts“. „Stadteinwärts können die Züge noch nicht in Feuerbach halten“, berichtete ein Bahn-Sprecher, „wir gehen allerdings davon aus, dass ab Dienstag der normaler Fahrbetrieb am Feuerbacher Bahnhof wieder gewährleistet werden kann“.

Gleis 1 sei noch nicht freigegeben, da der demolierte Bahnsteig im Laufe des Montags instand gesetzt werden muss.

Vier Tage nach dem Unfall rollte der Verkehr am Dienstag wieder fahrplanmäßig. Im Stuttgarter Regional- und Fernverkehr habe es keine Beeinträchtigungen mehr gegeben, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.


Bisherige Benutzer-Zahlen
Etwa 21.000 Menschen steigen pro Tag am Bahnhof Feuerbach ein, aus oder um. Täglich halten planmäßig 320 bis 330 Züge.

Suche nach der Ursache

Rangierbetrieb

Schutzweiche

Ein Anonymus schrieb: am 4. Dezember 2012 um 18:08:58
(0) Früher war das nicht möglich, auf dem Gleis das den Rangierbahnhof verlässt, gab es eine Weiche, die einen Waggon, der ungwollt den Rangierbahnhof verlässt, sofort im Rbf gegen einen Prellbock lenkt. Nur wenn diese Weiche bewusst so gestellt war, dass der Zug den Rangierbahnhof verlassen kann, war dies auch möglich. Aber Weichen kosten Geld, die Bahn spart seit sie AG ist, auch bei der Sicherheit. • Kommentare

Weblinks


  • Was sindSchutzweichen? Wie sollen sie bei "entlaufenen" Waggons wirken? (Wikipedia)