Walter Sigel

Aus Stadtwiki Stuttgart
Wechseln zu: Navigation, Suche

Herkunft

Großvater: Karl Friedrich von Sigel (1808-1872). Karl Friedrich von Sigel
Vater: Karl Sigel, Königlich Württembergischer Salinendirektor (Baurat), Mutter: Mathilde Engelmann.

Biografie

Walter Sigel ist am 8.3.1871 in Jagstfeld geboren und am 1.6.1953 in Stuttgart gestorben. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stuttgart studierte er Jura in Tübingen und Berlin. 1894 promovierte er zum Dr. jur. 1899 heiratete er Helene Mayer. Sie hatten drei Kinder.

1903 wurde er zunächst Beamter und dann 1909 Ministerialrat für Eisenbahn und Postwesen im Staatsministerium (unter dem Ministerpräsidenten Carl von Weizsäcker). Von 1919 bis 1934 war er Präsident der Reichsbahndirektion in Stuttgart. Wegen seiner „liberal-demokratischen“ Haltung und weil er mehrmals die Hakenkreuzflagge nicht hissen ließ, wurde er 1934 zwangsweise in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Aufgabenbereiche

Das Direktionsgebiet umfasste damals: 25.000 „Eisenbahner“ und 2,500 km Gleise (im Wesentlichen nach 1843 in 40 Jahren erbaut!), 639 Bahnhöfe, 855 Lokomotiven und 18,000 Wagen. Walter Sigel erarbeitete hauptsächlich den Überführungsvertrag der Länderbahnen in die Deutsche Reichsbahn (1919/20). Schon als verantwortlicher Beamter hatte er viele Entscheidungen bei der Eisenbahn mitgetragen. Er leitete nun den Weiterbau des 1914 begonnen Hauptbahnhofs Stuttgart (Architekt Paul Bonatz) bis zur Eröffnung 1927. Dazu kamen die Neubauten der Murgtalbahn im Schwarzwald, der Kochertalbahn, der Strecke Leinfelden-Waldenbuch, 1933 in Friedrichshafen die Strecke vom Bahnhof zum Hafen mit dem neuen Hafenbahnhof und überdies die Elektrifizierung der Hauptstrecke Stuttgart-Ulm (ebenfalls 1933).

Walter Sigel kämpfte nicht nur für die West-Ost-Bahnachse: Paris - Istanbul („Orientexpess“), sondern auch für den Ausbau der diagonalen Streckenführung: Zürich - Stuttgart – Berlin, um Stuttgart zu einem noch bedeutenderen internationalen Knotenbahnhof zu machen und von hieraus auch rascher die Reichshauptstadt erreichen zu können. In der Finanzkrisenzeit allerdings fehlten dafür die Geldmittel, und nach 1933 waren die Ost-West-Verbindungen aus militärischen Gründen wichtiger.

Neben seinem Amt als Präsident der Reichsbahndirektion war Walter Sigel auch noch Gewerberichter der Stadt Stuttgart und Lehrbeauftragter an der Technischen Hochschule Stuttgart.

Ehrungen

  • als Namensgeber für die Walter-Sigel-Straße(1925)
  • als Ehrenbürger der Technischen Hochschule Stuttgart (1929)