Michaelskirche
Aus Stadtwiki Stuttgart
Eine der ältesten Kirchen in Stuttgart, dem Erzengel Michael geweiht.
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Geschichte
Erbaut um 1250 als eine kleine Wehrkirche, in Wangen, wurde die Kirche 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Sie zeigt den Übergang von der romanischen zur frühgotischen Bauweise und steht vielleicht an der Stelle eines alten Holzbaus oder gar einer schon vorchristlichen Kultstätte.
Die Kirche
Außen
Während das Schiff durch verschiedene Umbauten erhöht und um den südlichen Anbau erweitert worden ist, hat der Turm seine ursprüngliche Form bewahrt, abgesehen von dem oberen Stockwerk, welches erst nach dem dreißigjährigen Krieg (17. Jahrhundert) aufgesetzt wurde. Die Schießscharten des ersten Stocks zeugen noch von seiner Bestimmung als Zuflucht bei Angriffen. Im zweiten Stockwerk tragen die Fensteröffnungen außen frühgotisches Maßwerk, während an der östlichen Seite noch eine Säule ganz im romanischen Stil erhalten ist.
Innen
Das Innere verdankt sein jetztiges Aussehen ganz der Erneuerung von 1903, alt ist hier nur der spätgotische Taufstein von 1497, ein Werk des Steinmetz Stefan Waid, der an der Esslinger Frauenkirche arbeitete. Beachtenswert ist auch das stark nachgedunkelte Auferstehungsbild von 1721. Im Chor sind von dem ursprünglich niedrigen Gewölbe nur die beiden Konsolen mit romantischen Palmetten erhalten, welche die Rippen tragen. Die Wand- und Holzmalereien wurden 1999 renoviert.
Außenbereich
Rings um die Kirche lag der alte Kirchhof, der zugleich als Friedhof diente, beschirmt von der noch erhaltenen Wehrmauer. Auf dieser führten an der Bergseite Aufgänge. Als ursprünglich einziger Zugang von oben her diente das enge Rohracker Törle, bestimmt für die bis 1447 hierher eingepfarrten Bewohner von Rohracker bis Sillenbuch.
Die Turmfigur
In halber Höhe des Turms ist außen eine kunstlose, jetzt stark verwitterte Figur ausgehauen, wohl kaum einen beim bau abstürzenden Handwerker darstellend, sondern den Erzengel Michael, der über den Toten schwebt, den Blick nach Osten gerichtet.
Quelle
Text von Pfarrer Gonser, 1936
