Eugen Bolz
Aus Stadtwiki Stuttgart
Eugen Bolz (Eugen Anton B.; * 15. Dezember 1881 in Rottenburg am Neckar; † 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee), Jurist, war in Württemberg ein bekannter Politiker der konservativen Zentrumspartei. MdR von 1912 bis 1918 (Kaiserreich). 1919 bis 1920 war er in der Weimarer Nationalversammlung. Ab 1920 bis 1933 war er wieder Mitglied im Reichstag, nun in einem demokratisch verfassten geeinten Land. Gewählt wurde er im Wahlkreis Württemberg 13 (Aalen, Ellwangen, Gaildorf, Neresheim). Von 1919 bis 1933 war er Mitglied des Landtags des freien Volksstaates Württemberg. An den Widerstandskämpfer erinnert u.a. ein Denkmal am Königsbau in Stuttgart
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Regierungsämter
1919 wurde er Justizminister des Landes, 1923 Innenminister (ernannt). Seit 1928 war er Staatspräsident und zugleich weiterhin Innenminister.
Am 11. März 1933 wurde er aus dem Amt gedrängt, indem der nun illegitim zusammengesetzte Landtag unter dem Druck der Nationalsozialisten Wilhelm Murr als Nachfolger gewählt hatte.
Widerstand
Am 19. Juni 1933 wurde Eugen Bolz verhaftet und mehrere Wochen in dem Konzentrationslager Festung Hohenasperg gefangen gehalten.
1941 / 1942 hatte Eugen Bolz Verbindungen zu dem Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler. Er erklärte sich u.a. bereit, nach einem Umsturz ein Ministeramt in einer neuen Regierung zu übernehmen.
Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler wurde er am 12. August 1944 verhaftet. Es folgten Verhöre und Folterungen. Am 21. Dezember 1944 von dem NS-Sondergericht Volksgerichtshof wegen seiner Verbindungen zu dem Widerstand zum Tode "verurteilt" und in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee enthauptet.
Erinnerung, Ehrungen
- Bronzetafel an seinem Geburtshaus in der Königstraße 53 in seiner Geburtsstadt Rottenburg am Neckar, deren Ehrenbürger er ist.<ref>Erinnerungstafel an seinem Geburtshaus in Rottenburg</ref>
- In Rottenburg heißt das Gymnasium Eugen-Bolz-Gymnasium.
- Im baden-württembergischen Landtag ist ein Sitzungssaal nach ihm benannt.
- In Stuttgart-Mitte steht in der Bolzstraße am Königsbau ein Mahnmal. Das Mahnmal erinnert an sein Leben, indem es ihn an der Hinrichtungsstätte in Plötzensee unmittelbar vor seiner Ermordung nachbildet.
- 2004 wurde eine neue Glocke seiner Taufkirche, der Stiftskirche St. Moriz in Rottenburg am Neckar, nach ihm benannt.
- In Berlin-Rudow ist eine Straße nach ihm benannt, die Eugen-Bolz-Kehre.
- Es gibt zahlreiche weitere Einrichtungen, Straßen und Plätze, die mit dem Namen Eugen Bolz verbunden sind. Auch Schulen in Bad Waldsee, Ellwangen, Kornwestheim, Meckenbeuren und Wolpertswende wurden nach ihm benannt.
- Am 9. November 2006 gab die deutsche Post eine 45-Eurocent-Sondermarke innerhalb der Serie „Aufrechte Demokraten“ mit seinem Portrait heraus.
Denk- / Ehrenmal / Mahnmal / Plastik / Skulptur
Das Denkmal für Eugen Bolz, erstmals ausgestellt 1993, stammt von dem Bildhauer Alfred Hrdlicka.
Standort ist vor dem Königsbau, Königstraße 28 / Ecke Bolzstraße in 70173 Stuttgart-Mitte. Eigentümerin ist die Landeskreditbank Baden-Württemberg. Das Wandrelief wurde am 15. März 1993, zum 60. Jahrestag der Abwahl von Bolz als Staatspräsident, eingeweiht. Über dem T-Träger mit dem Metzgerhaken über seinem Kopf eine Schwurhand.
Publikationen
Literatur
- Frank Raberg: Eugen Bolz. Zwischen Pflicht und Widerstand. DRW-Verlag Weinbrenner, Leinfelden-Echterdingen, 2009. ISBN 3-87181-716-3
- Joachim Sailer: Eugen Bolz und die Krise des politischen Katholizismus in der Weimarer Republik. bibliotheca academica Verlag, Tübingen, 1994. ISBN 3-928471-09-0
Weblinks
- Eugen Bolz, Artikel bei Wikipedia
- Eugen Bolz in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Eugen Bolz. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL, Volltext nur gegen Abonnementbezahlung)
- Die Erinnerungstafel an seinem Geburtshaus in Rottenburg
- Zitatbelege
<references />
Siehe auch
- Staatspräsident
- Landtag des freien Volksstaates Württemberg
- Villa Reitzenstein (Dienstwohnung und -sitz)
